Am Schweigen verzweifeln

Bachtelen, Grenchen, um 1960.
Die in Heimen und Familien fremdplatzierten Kinder wagten oft nicht, sich jemandem anzuvertrauen und von den Grausamkeiten und Demütigungen zu erzählen, die sie erlebten.
Sie wussten, dass man ihnen nicht zuhören und schon gar nicht glauben würde. Und niemand fragte sie nach ihrem Schicksal, da niemand wissen wollte, wie es um sie stand.
Doch viele wussten von der Gewalt, dem Hunger, dem Missbrauch, denen diese Kinder hinter den Mauern schutzlos ausgeliefert waren. Sie kannten ihre Angst und ihre Einsamkeit. Lehrer und Mitschülerinnen, Ärzte, Pfarrer, Nachbarinnen und Nachbarn – sie alle schauten weg.
niemand hatte schuld aber alle sahen weg
emotionale kälte durchzog die freudlosen tage
weit und breit keine spielkameradin
unermüdlich das beschimpfen wie dumm das kind sei
Traust du dich, hinzuschauen und die Mauer des Schweigens zu durchbrechen?