Licht und Schatten

Bombinasco, um 1950/1960
«Leider hat Fräulein G., meine Fürsorgerin des Seraphischen Liebeswerks, während all den sieben Jahren, als ich im Kinderheim war, nie gefragt wie es mir geht. Und obwohl sie sehr gut zu mir war, getraute ich ihr nie zu erzählen, was ich im Heim erlebte».
Marlies, geboren 1955 im Kanton Solothurn. Im Kinderheim von 1965 –1972

Während Jahrzehnten war das SLS eine schweizweit bekannte Vermittlungsstelle bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen und Ausbildungsstätten sowie
in Pflege- und Adoptivfamilien. Das SLS führte in verschie-denen Regionen der Schweiz eigene stationäre Einrichtungen und Beratungsstellen.
Ab 1933 betrieb das SLS in Solothurn ein Fürsorgerinnen-seminar, aus welchem 1969 die Schule für Sozialarbeit Solothurn hervorging.
Das katholische Sozialwerk Seraphisches Liebeswerk Solothurn SLS wurde 1919 als Verein gegründet.
Anlass zur Gründung waren grosse soziale Notlagen der damaligen Zeit. Gemäss der ersten Statuten waren die «praktische Jugendfürsorge und die Schaffung von Einrichtungen zum Schutze und der Rettung religiös und sittlich gefährdeter Jugendlicher» Zweck des Vereins. 1924 entstand die franziskanische Schwesterngemeinschaft SLS, welche die fürsorgerischen Aufgaben des Vereins übernahm.
«In vielen Rückmeldungen und teils langjährigen Kontakten mit Ehemaligen unserer Heime und anderer SLS-Stellen kommt zum Ausdruck, dass diese als hilfreiche Stationen erlebt wurden. Dennoch müssen wir eingestehen, dass es aus heutiger Sicht auch Fehlentscheide gab. Wir wurden berechtigten Bedürfnissen nicht immer gerecht. Das tut uns sehr leid.»
Wann wirft wohlgemeintes Handeln Schatten?