Wegsperren. Wegschicken.

Uschi Waser, geboren 1952
Aufnahme aus dem Kinderheim La margna in Celerina.
«Eine zeitlang probierte sie uns abzuschleichen, und wir haben uns gesagt, dass ihr das im Blut liege, denn wir mussten recht streng werden bis das aufhörte. Nun hat es etwas gebessert und wir sind sehr auf der Hut sie zum Hause zu erziehen.»

© CH Media/Hanspeter Bärtschi
Aufregung 2018 in Luterbach: Das Areal beim Kreisel Wilihof wird spontan als Halteplatz genutzt.
«Ich sage immer, meine Kindheit war absolut menschenunwürdig. Mit vierzehn Jahren habe ich bereits in 27 unterschiedlichen Heimen und Pflegefamilien gelebt. Das bedeutet, ich bin 54-mal verschoben worden. Ich wusste jeweils nicht, wo ich am Abend schlafen werde.»
Wegsperren, Wegdrängen, Wegschicken war für Jenische und Sinti die prägende Erfahrung. Während der «Aktion Kinder der Landstrasse» 1926 –1973 wurden die Kinder zwangsweise von ihren Eltern und Geschwistern getrennt und fremdplatziert. 2025 anerkannte der Bundesrat die Verfolgung der Jenischen und Sinti im 20. Jahrhundert als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit».
Ausgrenzung und Ablehnung sind weiterhin bestimmend: Es fehlt an Halteplätzen für jene, die eine fahrende Lebensweise im Wohnwagen pflegen; es fehlt für die Sesshaften der unbestrittene Platz in der Mitte unserer Gesellschaft.
Was weisst du über das heutige Leben der Jenischen und der Sinti in der Schweiz?